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Die schriftlich fixierte Geschichte des Sudans beginnt sehr früh. Als Nubien wurde es zu Beginn der zwölften Dynastie (1991-1785 v. Chr.) Teil Ägyptens. Nach Auflösung des Neuen Reiches entstand im 9. Jh. v. Chr. der Staat Kusch, der auch in der Bibel vielfach erwähnt wird. Fast 50 Jahre herrschten sogar Pharaonen der kuschitischen Dynastie über ganz Ägypten. Die koptische Kirche Ägyptens, die der Legende nach vom Verfasser des Markusevangeliums gegründet wurde, der auch erster Bischof in Alexandria gewesen sein soll, ist eine der ältesten Kirchen überhaupt. Von hier aus wurde auch der Sudan früh christianisiert. Noch heute leben koptische Christen im Sudan, der das ganze Mittelalter hindurch christlich geblieben war. Es entstanden bis zum 6. Jh. n. Chr. die drei nubischen Königreiche Nobatia, Makuria und Alodia, von denen Makuria sich nach und nach gegenüber den beiden anderen durchsetzte.
In diesen Reichen gab es angeblich keine Münzen. Es gibt aber leichtgewichtige Kopien aksumitischer Kupfermünzen aus der Zeit des äthiopischen Königs Ezanas und seiner Nachfolger (ca. 330-425 n. Chr.), die fast ausschließlich in Ägypten gefunden wurden, die meisten im oberägyptischen Qaw-el-Kebir. Sie werden oft als römisches regionales Kleingeld angesehen, teilweise auch als frühe „Plantagentoken“. Da sich ihr Vorbild als Münze schon durchgesetzt haben muss und Funde mit Münzen bis zu Justin II. vermengt sind, waren sie ca. 400-600 n. Chr. im Umlauf. Sie könnten also zeitlich gesehen sehr wohl auch in den koptisch-christlichen Königreichen des Sudans, die eine Art Pufferzone zwischen Ägypten und Äthiopien darstellten, im Umlauf gewesen sein, wenn sie nicht sogar ursprünglich von dorther stammen. ...
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Das sudanesische Khartum um 1880 vom Nil aus. Skizze eines britischen Offiziers im Stab von General Hicks.
Die anonymen Münzen aus Aksum aus der Zeit von 333-425 n. Chr. wurden in Oberägypten kopiert. Das Kreuzsymbol war bei der christlich koptischen Bevölkerung Südägyptens und vermutlich auch des Sudans sehr beliebt.
Bei dieser Münze aus dem Jahr 1312
AH ist nur noch ein feiner Silberschleier auf dem Kupferkern zu erkennen. Auf dem rechten Bild steht über dem Namen der Münzstätte Omdurman: „Möge sein Sieg geehrt werden!“
Münzen mit dem Jahr 1315 AH sind
meist ohne jede Spur von Silber. Unter der Tughra steht bei den späten Münzen: „Gültig“. Ein Hinweis, der bei Münzen ohne nennenswerten Edelmetallgehalt sinnvoll erscheint.
Die Münzen aus Darfur tragen nicht nur das aktuelle Jahr 1327 AH, sondern auch das Regierungsjahr 17 Ali Dinars oder das Regierungsjahr 71 seines Großvaters, des letzten Sultans von Darfur, der 1873 n. Chr. ermordet wurde.
